Mauersegler, Mehl- und Rauchschwalbe im Sinkflug?

Foto: Sebastian Hennings
Foto: Sebastian Hennings

Landesweit verzeichnen diese Vogelarten einen Rückgang, in der Region Heide-Wendland zeigt sich ein anderes Bild - Erster Trend zur „Stunde der Gartenvögel“ 2018

 

Heute hat der NABU Heide-Wendland einen ersten Trend zur NABU-Mitmachaktion "Stunde der Gartenvögel" gezogen, in deren Rahmen am Muttertags-Wochenende Vogelfreunde auch in Niedersachsen zum vierzehnten Mal aufgerufen waren, alle innerhalb einer Stunde gezählten Gefiederten im Garten, Kleingarten oder Park zu notieren und an den NABU zu melden.

 

Bis Donnerstag haben im Heide-Wendland über 370 (niedersachsenweit: 5.200) Vogelfreundinnen und Vogelfreunde bei der Stunde der Gartenvögel aus 260 (niedersachsenweit: 3.300) Gärten und Parks mehr als 9700 (niedersachsenweit: 115.500) beobachtete Vögel gemeldet. Häufigste Art ist erneut der Haussperling, gefolgt von Amsel, Feldsperling, Star und Kohlmeise.

Während die zweitplatzierte Amsel in fast allen gezählten Gärten vorkommt, stellt sich die Situation beim aktuellen Vogel des Jahres anderweitig dar. Der Star wurde nur in gut 50 Prozent aller Gärten gesichtet. „Entgegen des Landesweiten Abwärtstrends des Stars sind die Bestände hier in der Region stabil. Im Landkreis Uelzen konnten sogar starke Zuwächse beobachtet werden. Man wird jedoch das Endergebnis abwarten müssen, ob sich diese Zahlen bestätigt“, so Andrea Pohlen weiter.

 

Da die Ergebniseingabe noch bis zum 21. Mai möglich ist, kann der NABU Heide-Wendland derzeit nur auf erste Trends zurückgreifen. Ein Gewinner der diesjährigen Zählung kann aktuell noch nicht eindeutig identifiziert werden. Mit Spannung werden die finalen Ergebnisse von Mehl- und Rauchschwalbe sowie Mauersegler erwartet. Während sie landesweit momentan die Verlierer der diesjährigen Zählaktion zu sein scheinen, zeigen die Zahlen der einzelnen Landkreise ein differenzierteres Bild. So weisen die Mehlschwalben in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg ein Minus von 26 Prozent auf, im Landkreis Celle ist jedoch ein Zuwachs von dreißig Prozent zu beobachten. Ähnliches gilt auch für Rauchschwalben und Mauersegler. Letztere weisen mit einem Plus von über dreihundert Prozent im Landkreis Lüchow-Dannenberg und einem Minus von 49 Prozent im Landkreis Celle die größten regionalen Unterschiede auf. „Die Ursachen für eine derartige Abweichung sind vielfältig. So unterscheiden sich beispielsweise die Lebendbedingungen der Vögel in den einzelnen Landkreisen stark voneinander. Insektenschwund und damit Nahrungsmangel, Versiegelung von Gebäuden und Erdflächen wirkten sich neben weiteren Faktoren negativ auf die Bestände aus“, so Andrea Pohlen. „Zum anderen sehen wir derzeit jedoch auch noch starke Unterschiede in der Anzahl der Meldungen aus den einzelnen Landkreisen. Dies kann auch zu einer leichten Verzerrung der Ergebnisse kommen. Daher freuen wir uns, wenn sich möglichst viele Menschen an den Zählungen beteiligen.

 

"Wir bekommen durch diese Aktion Hinweise auf Trends bei den Garten- und Parkvögeln unserer Heimat und merken, dass sich viele Menschen intensiv mit der Vogelwelt, der Natur und dem Naturschutz beschäftigt haben. Und ein umweltpädagogischer Effekt ist auch noch gleich dabei: die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen die Vogelarten voneinander zu unterscheiden. Ein wunderbarer Aspekt in Zeiten schwindender Artenkenntnis! Denn nur was ich kenne, kann ich auch schützen!", begründet die Leiterin die Aktion.

"In der Rangfolge können sich", erläutert die Leiterin der Regionalgeschäftsstelle, "durchaus noch Verschiebungen ergeben. Beobachtungen können noch bis einschließlich 21. Mai online oder postalisch gemeldet werden."

 

Die Beobachtungen melden Sie bitte per Post (NABU, Stunde der Wintervögel, 10469 Berlin) oder einfach im Internet unter http://niedersachsen.nabu.de/aktionen/sdg/ oder auch unter www.stundedergartenvoegel.de .

 

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