Deutschlandweiter „Tag des Gartens“

Foto: Andrea Pohlen
Foto: Andrea Pohlen

Die Ergebnisse der NABU-Aktion „Stunde der Gartenvögel“ zeigen, dass es besonders insektenfressenden Arten, wie Blau- und Kohlmeisen, derzeit schwer haben ausreichend Nahrung zu finden. Auch in diesem Jahr sind ihre Bestände erneut geschrumpft. „Vögel, Wildbienen, Falter und Libellen – viele Arten finden in einem Naturgarten einen passenden Platz und Nahrung“, sagt Andrea Pohlen, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland. „Einen Gartennaturnah zu gestalten, ist gar nicht so schwer und muss auch nicht auf einmalumgesetzt werden“, so Pohlen. Egal ob der Garten fünf oder 500 Quadratmetergroß ist: Für einige heimische Sträucher, etwas Fassadengrün oder einen kleinen Wildblumenfleck ist immer Platz. Leider finden sich in vielen Hausgärten und auch Parkanlagen vielfach anstelle der heimischen Wildsträucher exotische Pflanzen, die als Ziergehölze angesiedelt wurden. Diese sind zwar schönanzusehen, für wildlebende einheimische Tiere bieten sie jedoch kaum Brut- und Nahrungsmöglichkeiten. Ein klassisches Beilspiel ist hierfür die Forsythie. Siebringt früh im Jahr etwas Farbe in den Garten, da die Blüten jedoch weder Pollen noch Nektar bilden, ist die Pflanze wenig wertvoll für die Artvielfalt. Von der heimischen Eberesche, auch als Vogelbeere bekannt, hingegen können sage und schreibe 63 Vogel- und 31 Säugetierarten profitieren. Kaum minder nützlich ist der Schwarze Holunder, dessen wohlschmeckende Beeren sicherlich den meisten bekannt sein dürften. Er bietet 62 Vogel- und acht Säugetierarten als reichgedeckter Tisch ein umfangreiches Angebot. Ein eher unbeachteter, aber vergleichbar wertvoller Strauch ist der Traubenholunder. Er kann 48 Vogel- und fünf Säugetierarten als Futterquelle dienen. Es lohnt sich, mit kritischem Blick vernachlässigte Gartenbereiche ausfindig zu machen und diese Schritt für Schritt umzuwandeln. „So kann ein Teil der tristen Rasenfläche in eine attraktive Blumeninsel- oder -wiese umgewandelt werden“, empfiehlt Andrea Pohlen. Das bunte Blütenmeer erfreut das Auge und dient dem Artenschutz.Positiver Nebeneffekt: „Eine Blumenwiese ist pflegeleicht, sie muss nur zweimal im Jahr gemäht werden“