Endspurt für das große Krabbeln

Foto: NABU/H.May
Foto: NABU/H.May

Vom 3. bis zum 12. August ruft der NABU Heide-Wendland wieder große und kleine Menschen dazu auf, Sechsbeiner im Garten, auf Wiesen oder an Bächen zu beobachten und zu melden. Für diese bundesweite Citizen-Science-Aktion können Käfer, Schmetterlinge und andere Insekten erneut unter www.insektensommer.de online gemeldet werden.

„Der Hochsommer ist auch die Hochzeit der Insekten“, sagt Andrea Pohlen vom NABU Heide-Wendland. „Zwar leiden auch sie unter der anhaltenden Trockenheit, dennoch können viele der rund 33.000 in Deutschland heimischen Insektenarten jetzt besonders gut beobachtet werden. Das Grüne Heupferd, die größte heimische Heuschreckenart, erfüllt mit ihrem Zirpen um diese Jahreszeit die Wiesen – der typische Klang des Hochsommers.“

Auch deshalb ist es eine der acht Kernarten, auf die beim zweiten Teil des Insektensommers ganz besonders geachtet werden soll. „Die erwachsenen Männchen sind jetzt unterwegs, um mit ihrem Zirpen Weibchen anzulocken“, sagt Andrea Pohlen. Weitere Kernarten sind die Tagfalter Schwalbenschwanz und Kleiner Fuchs, der Sieben-Punkt-Marienkäfer, die Ackerhummel, die Holzbiene, die Libellenart Blaugrüne Mosaikjungfer und die Streifenwanze. Gemeldet werden sollen aber alle Sechsbeiner, die gesichtet werden – denn jedes Insekt zählt!

Besonders interessant ist der Insektensommer für Teilnehmer, die ihren Urlaub in Deutschland verbringen. Am Urlaubsort könnte es andere Insekten zu entdecken geben als im Garten oder Park zuhause. Beim Insektenzählen

kann man die Natur am Ferienort besonders intensiv erkunden – das ist auch eine tolle Ferienaktivität für Kinder.

Beobachten und zählen kann man fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang.

Hilfe beim Bestimmen und Zählen bietet die neue App „Insektenwelt“, die der NABU mit Unterstützung von dm entwickelt hat. Die App hat eine fotografische Erkennungsfunktion, mit der die Tiere automatisch erkannt werden können. Außerdem bietet die App ausführliche Insektenporträts der 122 bekanntesten Arten, die in Deutschland vorkommen. Sie ist kostenfrei unter www.NABU.de/apps erhältlich. Viele NABU Gruppen im Heide-Wendland engagieren sich bereits für den Schutz von Insekten indem sie Nisthilfen bauen oder Blühstreifen anlegen. Im Arbeitskreis Natur plant die NABU Kreisgruppe Uelzen zusammen mit anderen Akteuren blühende Seitenwegeränder im ganzen Landkreis Uelzen zu schaffen. Die NABU Gruppe Stadt Celle startet Ende des Jahres ihr neues Garten Projekt, bei dem sie einen naturnahen, insektenfreundlichen Stadtgarten gestaltet. Denn Insekten sind unverzichtbar für unser Ökosystem, tragen zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind nur einige Gründe für den Insektenschwund.