Der Haussperling erneut an erster Position

Foto: NABU/Kathy Büscher
Foto: NABU/Kathy Büscher

Das Endergebnis der neunten „Stunde der Wintervögel“ zeigt, dass, während überregional der Amselbestand deutlich zurückgegangen ist, die Anzahl der Amseln im Heide-Wendland überwiegend stabil bleibt. Starke Verluste hingegen sind beim Grünfink zu beobachten. Hier wurden über ein Viertel weniger Tiere gemeldet, als im vergangenen Jahr. Positiv fällt das Ergebnis für den Haussperling aus. In der Region Heide-Wendland wurden 17 Prozent mehr Haussperlinge pro Garten festgestellt, als noch in 2018.

 

Mit über 1.200 Teilnehmenden ist das Interesse an der Stunde der Wintervögel ungebrochen hoch. Die Beobachtungen stammen aus über 850 Gärten und Parks. „Diese hohe Beteiligung zeigt einmal mehr, wie groß das Interesse an der heimischen Natur ist. Darüber freuen wir uns sehr“, so Andrea Pohlen, Leiterin der NABU Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland. „Gut für unsere Vögel wäre es auch, wenn immer mehr Menschen ihre Gärten als Mini-Naturschutzgebiete sehen und sie vogelfreundlich gestalten.“

 

Der Amselbestand ist niedersachsenweit stark zurückgegangen und zeigt mit nur 3,1 Vögeln pro Garten das bisher schlechtestes Ergebnis der Wintervogelzählungen. Zurückgeführt wird das auf die Usutu-Epidemie, die im vergangenen Sommer erstmals fast deutschlandweit aufgetreten ist und ihren Schwerpunkt auch in Niedersachsen und Hamburg hatte. Spannend ist, dass ein Rückgang der Population im Heide-Wendland nicht zu erkennen ist. Hier gehen nur die Bestände im Landkreis Lüneburg um gut zehn Prozent zurück, was vermutlich auf die räumliche Nähe zu Hamburg zurückzuführen ist. In den Landkreisen Celle, Uelzen und Lüchow-Dannenberg wurde hingegen ein Zuwachs von teils über zehn Prozent beobachtet.

Die Grünfinkbestände sind regional und auch in ganz Niedersachsen seit vielen Jahren rückläufig. Bei der aktuellen Zählung wurden im Heide-Wendland 28Prozent weniger Individuen pro Garten beobachtet, als noch 2018. Die Ursache ist vermutlich das Grünfinkensterben aufgrund von Trichomonaden-Infektionen.

 

Bei den fünf am häufigsten beobachteten Vogelarten kam es im Vergleich zu 2018 zu keinen Veränderungen: Im Heide-Wendland wurde am meisten der Haussperling, gefolgt von Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel gesichtet.